Klar!? – Warum ist Glas eigentlich durchsichtig?

 

Glas ist so vielseitig und wandelbar, dass es von der Hauswand bis zum Zahnputzbecher quasi überall in unseren Alltag Einzug gehalten hat. Es ist eben so stabil, gut formbar und herrlich klar und lichtdurchlässig.

Haben Sie sich einmal gefragt, warum das so ist? Warum eigentlich ist Glas durchsichtig wie Wasser, obwohl es doch ein fester Stoff ist?

 

Die Antwort geben uns die Moleküle. Keine Sorge – es wird verständlicher, als es klingt!

Wenn wir durch einen Stoff hindurchsehen können, dann sind seine Moleküle so angeordnet, dass sich das Licht relativ ungehindert durch sie hindurch ausbreiten kann. Das ist zum Beispiel bei vielen Flüssigkeiten und Gasen der Fall, denn ihre Molekularstruktur ist lockerer als die der meisten festen Stoffe. Die Lichtwellen haben also ausreichend Platz, sich ihren Weg durch die atomare Struktur des Glases zu bahnen.

Wasser beispielsweise lässt Licht über große Strecken durchdringen. Erst ab einer Wassertiefe von etwa 60 Metern ist es wirklich dunkel. Durch eine so dicke Glasscheibe würde allerdings auch kein Licht dringen können.

 

Bei ausgehärtetem Glas bilden die Moleküle ein relativ starres Gebilde und lassen dabei relativ große Lücken. Eine klare kristalline Struktur fehlt dem festen Glas dennoch. Die Moleküle sind praktisch während der Abkühlung und Aushärtung willkürlich „eingefroren“.

 

Außerdem ist Glas als nichtmetallischer Stoff kein elektrischer Leiter. Es gibt keine freien Elektronen an den Atomen, die den Lichtfluss hemmen könnten, indem sie die auftreffenden Lichtstrahlen reflektieren oder absorbieren. Deshalb verliert das Licht beim Durchdringen von Glas auch kaum Energie.

Nur ein bisschen Energie geht verloren, und diese Strahlungsenergie liegt hauptsächlich im ultravioletten Bereich. Das ist der Grund, weshalb man hinter normalen Fensterscheiben keine Sonnenbräune erlangt.

 

Aber wenn das Sonnenlicht durchs Fenster scheint, genießen wir die Transparenz des Werkstoffs